Kinderschutzmedizin
Bei Kindern ist nicht in jedem Fall auf den ersten Blick erkennbar, welche Ursachen Erkrankungen, Verletzungen oder auffällige Verhaltensweisen haben. Besteht der Verdacht auf körperliche oder seelische Misshandlung, Vernachlässigung oder sexuellen Missbrauch, bietet unsere Kinderschutzgruppe der Missio Kinderklinik fachkundige Unterstützung und steht Betroffenen sowie Angehörigen mit Sachkenntnis und Einfühlungsvermögen zur Seite.
Kinder- und Hausärzte sowie das Jugendamt können sich bei Verdachtsfällen jederzeit direkt an die Kinderklinik wenden. Auch eine Vorstellung über die Notaufnahme ist rund um die Uhr möglich. Unsere Missio Kinderklinik bietet Beratungen sowie eine kurzfristige stationäre Aufnahme des betroffenen Kindes für eine interdisziplinäre Untersuchung und Interaktionsbeobachtung an.
Die Kinderschutzgruppe
Als zertifizierte Kinderschutzmedizinerin (DGKiM) leitet Oberärztin Dr. med. Katharina Neubert gemeinsam mit der Oberärztin Inka Gray, Oberarzt Dr. med. Martti Köhler und Sozialarbeiterin Katharina Winkler die Kinderschutzgruppe in der Missio Kinderklinik. Das multiprofessionelle Team bestehend aus Gynäkologie/Geburtshilfe, Psychologie, Pädiatrie, Kinderkrankenpflege und Sozialdienst trifft sich in regelmäßigen Abständen zur konkreten Fallbesprechung und zum Austausch.
Notfälle
In dringenden komplexen Fällen trifft sich die Kinderschutzgruppe sehr zeitnah und bespricht die weitere Diagnostik und Maßnahmen des Kinderschutzes in enger Kooperation mit dem Sozialdienst sowie in notwendigen Fällen konsiliarisch mit der Rechtsmedizin. Dabei orientiert sich das behandelnde Fachpersonal konsequent an den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM), von der die Missio Kinderklinik akkreditiert ist.
Zielsetzung
Primäres Ziel der Kinderschutzgruppe ist das Kindeswohl. Dazu gehört auch, mögliche Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und das Kind in Fällen einer Kindeswohlgefährdung zu schützen und mit Partnern und Fachstellen ein Schutzkonzept nach einer Entlassung zu erarbeiten.
Dies ist nicht grundsätzlich gleichbedeutend mit einer Inobhutnahme, sondern heißt in erster Linie, dem Kind und der Familie Hilfen zur Veränderung zu geben und gegebenenfalls mit Partnern/Fachstellen ein Schutzkonzept zu erarbeiten, um eine weitere Gefährdung abzuwenden und eine gesunde Entwicklung des Kindes zu ermöglichen. In den Fällen, in denen eine Gefährdung nicht ausschließlich durch präventive Maßnahmen und Hilfen abgewendet werden kann, ergreift das Team intervenierende Schritte in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe, um einen umfassenden Schutz zu gewährleisten.
Ansprechpartner
Kinderschutzgruppe
Dr. med. Katharina Neubert, Oberärztin, zertifizierte Kinderschutzmedizinerin
Inka Gray, Oberärztin
Dr. med. Martti Köhler, Oberarzt
Katharina Winkler, Sozialdienst
Wer kann sich an uns wenden?
- Alle Ärzte und Krankenhäuser
- Jugendämter und Opferschutzeinrichtungen
- Strafverfolgungsbehörden
- Bei akuter Gefährdung: Jeder (z. B. besorgte Eltern, Verwandte, Lehrer, Erzieher)
Kontakt
Kinderschutzgruppe
Telefon:
0931/791-5010 (Sekretariat)
0931/791-5090 (in Notfällen außerhalb der Zeiten des Sekretariats)
E-Mail:
paediatrie@kwm-klinikum.de
Mehr Infos unter: www.dgkim.de