Babyfreundlich - was ist das?

Sowohl die Geburtshilfe als auch die Kinderklinik am Standort Missioklinik sind nach der WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundlich“ zertifiziert. Diese doppelte Zertifizierung ist bislang in Bayern einzigartig.

Von Anfang an fördern und begleiten wir den Start in eine gute Beziehung mit dem Baby. Die Grundlage, auf die wir uns stützen, sind die 10 B.E.St.®-Kriterien (Bindung, Entwicklung, Stillen):

1. Richtlinien

Wir arbeiten nach den sogenannten B.E.St.®-Kriterien (B.E.St.® = Bindung, Entwicklung, Stillen). Diese Richtlinien basieren auf Vorgaben von WHO und UNICEF und sind die Grundlage für eine „Babyfreundliche“ Klinik.

Neben Bindungs- und Entwicklungsförderung und der Unterstützung des Stillens, sind wir unabhängig von Herstellern der Babynahrungsindustrie.

2. Schulungen

Wir schulen alle Mitarbeiter regelmäßig in Theorie und Praxis über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Umsetzung der Richtlinien.

Kontinuierliche Weiterbildung gewährleisten unseren hohen Qualitätsstandard und den aktuellen Stand an theoretischem und praktischem Wissen. Eltern und Kinder profitieren von diesem Wissen!

 

 

 

 

 

 

(Foto: contrastwerkstatt / Fotolia)

3. Information

Stillinfoabende, Beratung von Schwangeren, Infomaterial auf der Website – Sie entscheiden, wie wir Ihre Fragen zur Bindungs-, Entwicklungsförderung und zum Stillen beantworten.

Sie können uns alles fragen!

Das Beruhigende für Schwangere mit drohender Frühgeburt: Unsere sogenannte „Präpartalvisite” auf Station. Um den Eltern die Angst vor der Intensivstation und dem Unbekannten zu nehmen, informieren wir ausführlich über Frühgeburt und wenn die Eltern möchten - und die Mutter aufstehen darf – besuchen wir gemeinsam die Frühchenintensivstation Panther, um eine Vorstellung zu kriegen, wo das Baby nach der Geburt sein wird.

4. Bonding und Känguruen

Das sogenannte Bonding – die Förderung des Hautkontaktes von Eltern und Baby direkt nach der Geburt, im Wochenbett und zu Hause – ist ein wichtiger Faktor in der Eltern-Kind-Beziehung und in der kindlichen Entwicklung.

Gerade für Frühgeborene und Risikogeborene auf der Intensivstation ist das Bonding ganz besonders wichtig. Die positiven Aspekte sind auch wissenschaftlich nachgewiesen. Selbstverständlich können Väter auch ganz nah dabei sein.

Bestens dafür geeignet: Unsere neu gestalteten Eltern- bzw. Mutter-Kind-Zimmer.


5. Korrektes Anlegen

Für frühgeborene und kranke Kinder ist Muttermilch Medizin. Anfangs fällt es den Kleinsten oft noch schwer zu saugen und die Ernährung erfolgt über eine Magensonde. Wenn sie größer und kräftiger sind, wird angelegt. Die meisten Probleme beim Stillen können durch richtiges und häufiges Anlegen vermieden werden.

Die Mütter werden bei Bedarf angeleitet und bei Anregung und Stabilisierung der Milchbildung unterstützt.

6. Kein Tee

Gesunde Neugeborene, die nach Bedarf gestillt werden, brauchen außer Muttermilch keine zusätzliche Flüssigkeit. Wir verzichten bei Stillkindern auf künstliche Sauger, um das natürliche Saugen an der Brust nicht zu irritieren. Manchmal schaffen Frühgeborene und kranke Neugeborene es noch nicht, sich ihre benötigte Nahrungsmenge aus der Brust zu saugen.

Wenn eine Zufütterung medizinisch notwendig ist, bevorzugen wir abgepumpte Muttermilch.

7. Rooming-In

In unserer Klinik praktizieren wir das 24h-Rooming-in - auch bei noch überwachungsbedürftigen Frühgeborenen. Auf Station Panther haben wir dafür extra Zimmer eingerichtet. Sie und Ihr Baby bleiben Tag und Nacht zusammen, um den Kontakt zu intensivieren und bedarfsgerechtes Stillen zu ermöglichen. So können Sie Ihre Beziehung weiter aufbauen und sich auf den Alltag zu Hause optimal vorbereiten.

Dabei können Sie sich natürlich jederzeit bei Fragen an uns wenden.

8. Unterstützung

Wir unterstützen die Eltern, die Signale ihres Kindes zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Diesen Grundsatz leben wir schon seit vielen Jahren mit unserem „SEIF-Konzept“.
Dieses Pflegekonzept wurde von uns aus langjähriger Erfahrung und basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelt und ist die perfekte Ergänzung zu den Babyfreundlich-Richtlinien.

Video: Sanfte Früh- und Neugeborenenpflege

9. Still-Beratung

Wir beraten individuell und umfassend zu Ernährungsformen und Bindungsaufbau. Bei Bedarf können wir Laktationsberaterinnen oder weitere Spezialisten hinzuziehen. 

Wenn Zufüttern medizinisch indiziert ist, wenden wir nur Fütterungsmethoden an, die das erfolgreiche Stillen unterstützen. Künstliche Sauger werden nach Möglichkeit nicht verwendet.

10. Eltern-Kind-Gruppen

Wir beraten und unterstützen Eltern von der Schwangerschaft bis über den Klinikaufenthalt hinaus. Das Stillcafé können Mütter nach der Entlassung, aber auch bereits während des Klinikaufenthaltes besuchen, um sich auszutauschen und Erfahrungen zu sammeln. Für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt bietet das Harl.e.kin Nachsorgeprojekt Hilfe und Unterstützung für Elternvon Früh- und Risikogeborenen. www.harlekin-würzburg.de

Erfahren Sie mehr über unsere Veranstaltungen

Weitere Informationen: www.babyfreundlich.org

 

Zudem ist unsere Kinderklinik "Ausgezeichnet. Für Kinder" - 
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und gehören deshalb in Kinderkliniken bzw. Abteilungen für Kinder- und Jugendmedizin, um altersgerecht und bestmöglich und fachgerecht versorgt zu werden. "Ausgezeichnet für Kinder“ ist eine Bestätigung für unsere Arbeit, nämlich kranken Kindern – vom Frühgeborenen bis zum Jugendlichen – eine optimale Versorgung zu bieten.

Weitere Informationen: www.ausgezeichnet-fuer-kinder.de